
Die menschlichen Wertmaßstäbe bewegen sich zwischen absoluten Prioritäten ("persönliche Vorlieben") bis zu den relativ allgemeinen Werten, die wir von der Kultur, in der wir leben, übernehmen.
Dabei unterscheiden wir wichtige "immanente" Wertkriterien wie Originalität Distanz, Ganzheit, Autonomie, Transparenz und Funktion.
- Das Kriterium der Originalität zeigt sich als kulturell begrenzt und viele Arten der Literatur erweisen sich als absolut frei von jeglicher Originalität.
- Stilisierung (als Gestaltungsmerkmal) und Distanz (als Rezeptionsmerkmal) sind darüber hinaus für weite Bereiche der Kunst nicht gültig.
- Die immer wieder beschworene Ganzheit ist ein "Poezitätskriterium" (nicht ein Wertkriterium). Sie lässt sich auch auf Trivialliteratur anwenden, wird jedoch in der "Hohen Literatur" oft absichtlich durchbrochen und spielt nur in der westlicher Literatur eine bedeutende Rolle.
- Autonomie ist auch auf Kitsch- und Trivialliteratur anwendbar und damit kein Wertbegriff, sondern ein Seinsbegriff.
- Die Transparenz (Vieldeutigkeit) ist nur als geleitete ein allgemein anerkannter Wertbegriff. Sie trifft auf weite Literaturbereiche nicht zu. Diese Wertmöglichkeit erfüllt sich nur in der individuellen Rezeption, weshalb sie jeweils von zwei Seiten näher beschrieben werden muss: vom Werk und vom Rezipienten her.
- Die Funktion eines Werkes (seiner Gattung entsprechend) steht als Wert im Widerspruch zu dem der Originalität und trifft außerdem auf Trivialliteratur stärker zu als auf die "Hohe Literatur".






