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Buchmarkt in Deutschland

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Angesichts der digitalen Revolution steht das Ende der Gutenberg-Galaxis in den Augen mancher Kritiker auch in Deutschland, wieder einmal, unmittelbar bevor. Die Zahlen aber zeigen: Das Medium Buch ist – wie der deutsche Buchmarkt – immer noch quicklebendig.

Pessimisten, die ein generelles Ende des gedruckten Buchs prophezeien, mag man einen Besuch im Gedränge der Frankfurter Buchmesse empfehlen. Mit 7.448 Ausstellern aus 108 Ländern konnte das internationalen Drehkreuz des Buchhandels 2007 einen neuen Teilnehmerrekord vermelden. 2008 kamen mit fast 300.000 Besuchern zudem mehr Menschen als je zuvor. Die Leipziger Buchmesse, inzwischen auch als Lesefestival etabliert, verzeichnete 2009 mit 143.000 Besuchern ebenfalls einen neuen Höchststand: ein Plus von immerhin 14 Prozent.

Wie quicklebendig das Medium Buch ist, zeigt auch der Blick auf die Daten des deutschen Buchmarkts. 2007 (im Jahr der letzten verfügbaren Zahlen) erhöhte sich der Umsatz der hiesigen Buchbranche um 3,4 Prozent auf mehr als 9,5 Milliarden Euro. Die Titelproduktion steigerte sich auf 96.479 Neuerscheinungen, wovon 86.084 Titel Erstausgaben und der Rest Neuauflagen waren. 2002 betrug dieses Verhältnis noch 76 zu 24: ein deutlicher Hinweis auf die wachsende Bedeutung der Novitäten im Marktgeschehen.
Immer noch pflegen die Verlage aber auch ihre „Backlist“. So enthält das aktuelle Verzeichnis lieferbarer Bücher stattliche 1,2 Millionen Titel – auch dies ein Rekord. In Deutschland gibt es keinen anderen Wirtschaftszweig, der nur annähernd eine so große Menge von unterschiedlichen Produkten offeriert.

Über die Unüberschaubarkeit des Bücherangebots wird aber auch oft geklagt. Indes: Der deutsche Buchmarkt zerfällt bei genauerem Hinsehen in viele einzelne Teilmärkte oder Marktsegmente. Statistisch entfielen zuletzt 30,6 Prozent der produzierten Bücher auf Belletristik und Sachbuch, 16,1 Prozent etwa je hälftig auf fachliche und wissenschaftliche Bücher der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Naturwissenschaften und Technik, 14,4 Prozent auf Schulbücher und 4,7 Prozent auf Kinderbücher.
Weitere große Bereiche werden von unterschiedlichsten Druckerzeugnissen bestritten, die kaum wahrgenommen werden, zahlenmäßig und wirtschaftlich aber eine bedeutende Rolle spielen. So waren von den insgesamt 984 Millionen in Deutschland hergestellten Printprodukten 2007 rund 500 Millionen Adressbücher und Broschüren.

In der Buchhandelsstatistik spiegelt sich immer auch das spezifische Kulturverhalten einer Gesellschaft: Die nach Angaben der Deutschen Nationalbibliografie erstellte Sachgruppenstatistik ermöglicht hierzu interessante Beobachtungen. Sie zeigt, wie die Schmökerlust der Deutschen zwischen Zu- und Abnahme schwankt, dass das Gesundheitsbewusstsein gestiegen ist, ebenso der Spaß am Kochbuch. Sport floriert vor allem in Jahren mit Fußball-WM oder bei Olympischen Spielen, dagegen hat sich 2007 die bildende Kunst, unter anderem aufgrund der Documenta in Kassel, als Trendthema entpuppt. In der Taschenbuchproduktion konnten Kriminalromane und Thriller weiter zulegen.

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