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leserinWas über den Buchmarkt hierzulande an Daten erhoben werden kann, wird jährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in der Publikation Buch und Buchhandel in Zahlen zusammengetragen. Der 1825 gegründete Börsenverein stellt international gesehen etwas Besonderes dar: Denn er sucht die (nicht selten unterschiedlichen) Interessen des herstellenden wie des verbreitenden Buchhandels unter einem Dach zu vereinen. Seine knapp 6.000 Mitglieder repräsentieren die professionellen Hauptakteure des deutschen Buchmarktes: 1.804 Verlage, 4.066 Buchhandlungen und 86 Betriebe des Zwischenbuchhandels sowie 30 selbständige Verlagsvertreter gehören ihm an.

Zwar nennt das Adressbuch des deutschen Buchhandels von 2008/09 mit 14.854 Unternehmen des herstellenden und 7.388 des verbreitenden Buchhandels ein Vielfaches davon. Dazu gehört allerdings eine große Zahl von Vereinen und Instituten, die nur gelegentlich eine Veröffentlichung herausbringen. Auch werden kleine Buchverkaufsstellen wie Bücher führende Papierhandlungen mitgezählt. Unter Firmenperspektive hat der deutsche Buchmarkt also keine klaren Konturen.

Geographisch gibt es hinsichtlich der Zahl veröffentlichter Titel bei den Verlagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Berlin und München: 2007 waren es in beiden Städten jeweils knapp mehr als 10.000 Titel. Dahinter folgen Stuttgart und Frankfurt am Main (rund 4.800 und 4.500 Titel) sowie Hamburg (3.600 Titel). Eher überraschend ist der sechste Platz Saarbrückens (noch vor Köln!) oder Platz 14 für die alte Verlagsstadt Leipzig, knapp vor Herzogenrath: Schon ein einziger Großverlag kann in diesem Ranking eine Stadt nach vorne bringen.Ganz anders stellt sich die Problemlage beim Sortimentsbuchhandel dar, denn hier geht es um eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Bucheinkaufsmöglichkeiten für den Konsumenten. In dieser Hinsicht wird der Buchkäufer in Deutschland sehr verwöhnt: Es gibt wohl keinen großen Industriestaat auf der Welt, der ein derart dichtes Netz an vollwertigen Buchhandlungen hat. Rund 5.000 Sortimente inklusive ihrer Filialen sorgen dafür, dass an den meisten Orten der Kauf oder die Bestellung eines Buches immer in Reichweite liegen.

Deutsche Leser erweisen sich zudem durchaus offen für das übersetzte Buch: Immerhin 7,2 Prozent aller 2007 produzierten Titel waren Übersetzungen, wobei bei den Herkunftssprachen erwartungsgemäß das Englische (67 Prozent) dominierte. Auf den Plätzen folgten Französisch (9,8 Prozent), Italienisch (3,2 Prozent) und Schwedisch (3,0 Prozent). Dabei hat sich gezeigt, dass 76 Prozent der Titel auf deutschen Bestsellerlisten von ausländischen, und hier überwiegend von amerikanischen und englischen Autoren stammen: In Frankreich oder Italien gilt dies nur für rund 40 Prozent und in Finnland gar nur für 20 Prozent. Wenn es um Spannung und Unterhaltung geht, vertraut der deutsche Leser offenbar eher den ausländischen als den einheimischen Schriftstellern.

In umgekehrter Richtung funktioniert der Kulturtransfer etwas anders: 2007 haben die deutschen Verlage 9.225 Verträge abgeschlossen, 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Partner sind hier aber über die ganze Welt verstreut. Die wichtigsten Zielländer waren Polen, die Tschechische Republik, Italien, Spanien und die Republik Korea, während England oder die USA in dieser Top Ten nicht vorkommen. Trotz guter Verbindungen zum US-Markt, auf dem deutsche Buch- und Medienkonzerne bekanntlich stark verankert sind, gelingt es nur selten, dort einen deutschen Autor zu platzieren.

 

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